Eine dreifache Verwurzelung - in Zeiten der Entwurzelung! Wir leben in einer Zeit rasanter Veränderungen, die unsere Welt wesenhaft anders macht. Wir verabschieden uns gegenwärtig von zentralen biblischen Kulturbausteinen, die uns bisher eine gewisse Art von Geborgenheit und Orientierung vermittelt haben. Es wird viel davon gesprochen, dass wir uns nur nach vorne orientieren müssen und dann schon alles besser werden wird. Wo aber bitte ist vorne? Wir müssen unser Land reformieren, d.h. in die ursprüngliche Form zurückführen – aber in welche Form? In der Politik wird von notwendigen Aufbrüchen und Richtungsänderungen gesprochen. Aber zu welchen Zielen wollen wir aufbrechen und in welche Richtung gehen, und was sollen wir überhaupt ändern? Wir befinden uns in einer „Schrumpfung der Gegenwart“. Alles fließt schneller als je zuvor zusammen und zugleich auseinander. Unsere Zeit schreit geradezu nach der Besinnung auf das Unerschütterbare – auf die Wurzel und die Verankerung unseres Seins. In Zeiten wie diesen kommt es für uns darauf an, verwurzelt zu sein, und das in einer dreifachen Weise: 1. In IHM verwurzelt seinJesus sagt: „Ich, ich bin die Wurzel.“ (Offb 22,16) Wie Jesus der Weg, die Wahrheit, das Leben, der König, das Brot und der gute Hirte ist, so ist er auch die Wurzel. Diese „Ich bin“ -Worte Jesu verweisen alle anderen Ansprüche ähnlicher Art auf den zweiten oder sogar dritten Platz. Seine „Ich bin“ -Worte sind geistige Unikate, die wie schroffe, unsteigbare Felsen aus einer weiten, flachen Landschaft herausragen. Unser Herr ist nicht eine Wurzel, sondern die Wurzel, die Verankerung, der Halt und die Burg unseres Lebens. Wenn wir in unserem starken Gott verwurzelt sind, dann können wir uns auch rauem Wetter aussetzen, und dieses wird ganz bestimmt kommen. 2. In SEINEM WORT verwurzelt seinDas Wegbrechen vertrauter Werte, Sicherheiten und Ordnungen erzeugt einen Verlust an Orientierung. Die Orientierungslosigkeit unserer Zeit ist ein Tatbestand, dem man nur mit einem Mittel entgegen treten kann, nämlich durch Orientierung. Das Wort von Karl Popper „Optimismus ist Pflicht“ ist zu wenig, denn unser Optimismus muss auch begründet werden können und genau dies ist uns in seinem Wort gegeben. Durch die Heilige Schrift haben wir eine begründete hoffnungsvolle Orientierung auf einem substanziellen Fundament. „Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.“ Mt 24,35 In einer Zeit der Orientierungslosigkeit und des Kulturzerfalls wird die Ausrichtung auf die Fundamente seines Wortes zur Überlebensfrage. 3. Im GEBET verwurzelt sein Was für Michael Schuhmacher seine Formel 1 Titel und für Boris Becker Wimbledon sind, das ist für den Christen das Gebet. Nur mit einem Unterschied: Das Gebet überragt alles andere bei weitem! Denn es sättigt deine Seele, gibt dir Siegeskraft für den Alltag, erfrischt deinen Geist und bettet dich ein in die Geborgenheit Gottes. Das Gebet gleicht dem Nährstoff, der die Wurzel erhält und sie gedeihen lässt. „Bleibt wach und hört nicht auf zu beten, damit ihr den Überblick behaltet und zuversichtlich auf Jesu Kommen blickt.“ Lk 21,36 Ohne das Gebet haben wir viel geistliches Wissen im Kopf, aber keine Herzensvollmacht der Umsetzung im Alltag. Eine fortwährende Besinnung auf das Wesentliche oder genauer auf den Wesentlichen und sein Wort, und das in der lebendigen Verbindung zu ihm durch das Gebet. Wer bleiben will wie er ist, hat aufgehört zu werden. Eine Bewegung ist nur eine Bewegung, wenn sie sich bewegt – oder vielmehr von Ihm bewegt wird. In diesem Sinne blicken wir vertrauensvoll auf Jesus Christus, was er durch und unter uns zu tun vermag. Es ist ein Vorrecht, mit Euch gemeinsam auf dem Weg unseres Herrn, unserer gemeinsamen Wurzel zu sein. Stefan Vatter, Hauptpastor
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